Der Glaube kommt vom Hören

Der Glaubensgeneration Blog über Gott und Gesellschaft – Die Kirche in Duisburg Großenbaum

Christliche Nächstenliebe oder einfach nur Helfersyndrom?

Eine gut gemeinte Geste, ein nettes Kompliment, ein „kann ich Ihnen beim Tragen helfen“ und schon hört man den berühmten Satz „hast du etwa ein Helfersyndrom?“. „Nein“, antworte ich dann, „ich bin einfach nur Christ!“
Oder ist da vielleicht doch noch mehr?
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Helfersyndrom und Nächstenliebe? Ist das das Gleiche?
Das habe ich mich gefragt, und bin mal auf die Suche gegangen.

Der Begriff „Nächstenliebe“ ist ein eher biblisch geprägter Begriff. Da denkt man doch als Erstes an die berühmte Bibelstelle:
Denn alle Gesetze werden in einem Wort erfüllt, in dem: “ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst .“
Galater 5,14
Wer kennt sie nicht?Und auf der anderen Seite ist das Wort Helfersyndrom. Meiner Meinung nach, ein Begriff der viel zu inflationär gebraucht wird. Sofort hört man diesen Satz, wenn man versucht sich ein bisschen mehr Mühe zu geben, und anderen zu helfen. Doch bei der Nächstenliebe geht es doch nur ums helfen? Oder?

Zunächst einmal, ist das Helfersyndrom eine eigenständige Erkrankung. Dabei geht es nämlich nicht nur darum dem anderen bloß übermäßig helfen zu wollen. Zum ersten Mal beschrieben, wurde die Erkrankung 1977 von einem deutschen Psychoanalytiker. Dessen veröffentlichtes Buch dazu (Der hilflose Helfer) hat damals sehr viel Aufregung verursacht. Er beschreibt in seinem Buch, dass seine Patienten eigentlich ein sehr schlechtes Selbstwertgefühl haben und das Helfen für sie eine Art „Sucht“ geworden ist. Ausgelöst aus einem Mangel an Aufmerksamkeit und Liebe in der Kindheit. Das besondere dabei ist, dass dem „Helfer“ eigentlich völlig egal ist, ob der andere seine Hilfe überhaupt braucht, will oder ob sie einen Sinn ergibt. Dabei kann es sogar so weit gehen, dass der „Helfer“ erst mal jemanden hilflos machen muss, um ihm zu dann später „helfen“ zu können.

Bei der christlichen Nächstenliebe geht es um etwas komplett anderes. Die Jünger damals und die Christen heute sind und waren nicht alle psychisch erkrankt. Als Paulus davon sprach, dass wir einander nichts schuldig sein sollen, außer der Liebe zueinander (Römer 13,8), sehen wir dort den großen Unterschied.

Die Antwort auf die Frage ist: Liebe! Bei der Nächsten- liebe geht es nicht darum, mit dem Helfen anderer, etwas für sich selbst zu tun. Oder sich selbst ein gutes Gefühl dadurch zu geben. Es geht dabei tatsächlich um den Anderen. In dem Wort Nächstenliebe, steckt ja schon das Wort Liebe. Und das ist die Antwort. Christus wollte, dass wir einander Gutes tun, nicht um unserer Willen, sondern der Liebe Willen zueinander. Und das zeigt doch wie wichtig die Liebe Gott war. Ja, er ist die Liebe selbst.
Also, prüfe dich selbst, willst du ein hilfloser Helfer sein? Oder in Liebe deinem Nächsten wirklich „helfen“?

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5 Gedanken zu „Christliche Nächstenliebe oder einfach nur Helfersyndrom?

  1. Gleb sagte am :

    Super Beitrag! Echt. Ich wusste gar nicht, dass es sowas wie Helfersyndrom als Krankheit gibt. Bringt echt zum Nachdenken.

  2. Hammer, wir brauchen echt mehr Nächstenliebe, diese ist in unserer Gesellschaft fast ausgestorben.

  3. Artur sagte am :

    Wenn man heute Nächstenliebe zeigt, so wirkt das fast außerirdisch, da heute alles aus Eigenliebe geschieht. Dank sei Jesus, der seine Liebe in unsere Herzen gießt!

  4. Ehrlich gesagt habe ich vorher noch nichts vom Helfersyndrom gehört. Gut, dass das hier angesprochen wird.

  5. Gast sagte am :

    Ohne Liebe wird es keinen Himmel geben. Schade das in Deutschland in den Kirchen „so viel gelehrt“, aber nicht gelebt wird.

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